Förderkreis Forum Illenau
 
   
 
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.: Die Illenauer Gedächtniswege

Von 1992 an – dem Jahr der 150. Wiederkehr der Eröffnung der
ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Illenau – widmet sich die Bürger-
initiative „Zukunft der Illenau“ der Aufgabe, Erinnerung zu wecken
und wach zu halten. Ihr Grundsatz war: „Nur wer Vergangenheit
kennt, kann Zukunft gestalten.“

Auf Initiative von Dr. Gerhard Lötsch und Siegfried Stinus wurden
im Naherholungsgebiet Illenau drei Gedächtniswege eingerichtet.

Der „Illenau Gedächtnisweg“ wurde am 23.8.2002, der „Hansjakob-Weg“
am 28.5.2005 und der „Hugo-Huber-Weg“ am 24.8.2006 unter großer
Beteiligung der Acherner Bevölkerung feierlich eröffnet.


Der Illenau Gedächtnis- weg .: Der Illenau Gedächtnis-
weg


Im Jahre 1842 begann das segenreiche
Wirken der Großherzoglich Badische
Heil- und Pflegeanstalt Illenau. Dr. Christian Roller, der erste Direktor,
erarbeitete die Konzeption dieser „neu-
artig in ihrer Anlage und fortschrittlich
in ihrer Organisation und Heilmethode
gestalteten Anstalt“. Baurat Hans Voss,
ein Schüler Weinbrenners, setzte Rol-
lers Gedanken kongenial in Architektur
um und schuf ein baugeschichtlich wert-
volles Gebäudeensemble im Stil des
Klassizismus.

„Nur wer die Vergangenheit kennt,
kann die Zukunft gestalten!“ Davon aus-
gehend, hat es sich die Illenau-Initiative
zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an
die große Bedeutung der Illenau wach
zu halten und die Stadt Achern bei ihren
Bemühungen um eine sinnvolle Nutzung
zu unterstützen. 

Aus diesem Gedanken heraus wurde
der „Illenau-Gedächtnisweg“ geschaffen.
Er folgt weitgehend dem früheren Fried-
hofsweg, auf dem die Verstorbenen zu
ihrer letzten Ruhestätte auf dem nahe-
gelegenen Waldfriedhof geleitet wurden.
Informationstafeln begleiten Sie zu dem
geschichtlich, kunsthistorisch und bota-
nisch wertvollen Illenauer Waldfriedhof.
Sie sollen Ihnen Geschichte und Geist
dieser einst als fortschrittlichste Heil-
und Pflegeanstalt Europas bezeichnete
Einrichtung nahe bringen.

Wir danken Herrn Hugo Huber, der sich
um die Erhaltung und Pflege des Fried-
hofs verdient gemacht hat, sowie dem
Bauhof unserer Stadt und dem Staat-
lichen Forstamt für die Gestaltung des
Weges. Gleichzeitig gilt unser Dank
dem Lions-Club Achern, der Sparkasse
Offenburg-Ortenau
, der Volksbank Achern und weiteren Spendern für die finanzielle Unterstützung.

   


Hansjakob-Weg .: Der Hansjakob-Weg

Vom 6. Januar, dem Fest der Hl.
Drei Könige, bis Ostermontag, 26. März
1894, war der Pfarrer und Volksschrift-
steller Dr. Heinrich Hansjakop als Pat-
ient in der Heil- und Pflege-anstalt
Illenau. In seinem Buch „Aus kranken
Tagen“ schrieb er auch über seine Be-
suche bei Prälat Dr. Franz Xaver Lender
in Sasbach und Pfarrer Albin Kern in
Oberachern:

... Die Furcht, beim einst so geliebten
Alleinsein meiner Schwermuth und
meinen Zwangsvor-stellungen ganz
überlassen zu sein, nötigte mir die En-
ergie auf, Menschen aufzusuchen, um
mich zu vergessen. Drum war ich heute
bei meinen zwei nächsten außerhalb
des Hauses wohnenden geistlichen
Nachbarn in Sasbach und Oberachern.

... Freund Lender ist in meiner derzeit-
igen Lage der rechte Mann für mich. ...
Er hat ein warmes Herz voll wahren Mit-
leids ... und er hat auch manch Wort
aufrichtigen Trostes zu mir gesprochen.
... Ich war an diesem Morgen bei ihm.

... Am Nachmittag wanderte ich zum
Pfarrer Albin Kern. ... Er wusste bereits
von meiner Ankunft in Illenau und bot
sich an, jederzeit, wenn nicht außer-
ordentlicher Dienst ihn hindere, mich
am Nachmittag zu begleiten.

... Ich beschloss nun, morgens, wenn
immer das Wetter es dulde, zu Lender
und am Nachmittag zum Pfarrer von
Oberachern zu gehen, um nie mehr
allein zu sein, als auf der Wegstrecke,
welche zu beiden führt.

Die Wege, die Hansjakop fast täglich
ging, sind bekannt. Er beschrieb sie in
seinem Buch und berichtete über inter-
essante Begegnungen und über seine
Gedanken, die er sich darüber machte.

Deshalb wurde zusammen mit der
Stadtverwaltung Achern, dem Heimat-
und Verschönerungsverein Oberachern,
dem Verein für Heimatgeschichte Sas-
bach und der Gemeinde Sasbach diese
Wege ausgeschildert und im Bereich
Oberachern teilweise neu angelegt.

Wir wollen damit die Erinnerung an
diesen beliebten und bekannten Volks-
schriftsteller und seine enge Bindung
an die Illenau und an unsere Region
wach halten.


   


Hugo-Huber-Weg .: Der Hugo-Huber-Weg

Hugo Huber, dessen Name dieser Weg
trägt, wurde am 12. Februar 1921 in
Achern geboren. Sein Vater war Ober-
pfleger in der Heil- und Pflegeanstalt
Illenau. Im Sommer 1941, drei Tage
nach dem Abitur in der Heimschule
Lender, wurde er zur Wehrmacht einge-
zogen. Er überlebte den Krieg und die
Gefangennahme bei der Ardennen-
Offensive. Das Überleben sah er als
Wunder an und gelobte, sein ferneres
Dasein in den Dienst anderer
Menschen zu stellen.

Nach dem Krieg studierte er unter
widrigen Umständen Biologie und war
dann später Studiendirektor an der
Heimschule Lender. Seine freie Zeit
gehörte dem Illenauer Friedhof, den
er bei seiner Heimkehr in einem sehr
schlechten Zustand vorfand. Er wurde
dessen Retter. So erfüllte er sein am
Kriegsende gegebenes Gelübde.

Sein rückhaltloses Engagement bewe-
gte viele, vor allem junge Menschen,
ihm zu helfen. Hugo Huber nahm sich
auch der Umgebung des Friedhofs an.
Er forstete den Müllplatz auf und legte
einen Waldlehrpfad an. Ihm verdankt
Achern das schöne Naherholungsge-
biet „Illenauer Wald / Eiskellerwald“.
Am 31. Oktober 1991 verlieh ihm
die Stadt ihre „Bürgermedaille“.

Bis ans Ende seines Lebens setzte
sich Hugo Huber für den Friedhof und
das Naherholungsgebiet ein. Er starb
am 15. April 2004 im Alter von 83
Jahren. Dieser Weg soll an ihn und
ein unermüdliches Wirken für das
Gemeinwohl erinnern


   


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